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Auch diese Woche beginnt mit einer Frage von buch-fresserchen.

Hm, das kommt ganz darauf an, wie wir Protagonist und Antagonist definieren. Oder „mögen“. Ich habe definitiv etwas für moralisch komplexere Charaktere übrig. In klassischer Fantasy, mit Helden, die kein Wässerchen trüben können, trifft das in der Regel eher auf die Antagonisten zu.

Was ich auf jeden Fall mag, bzw. womit ich auf jeden Fall sympathisieren kann, sind Charaktere, deren Handlungen durch ihre Charaktereigenschaften und ihre Erfahrungen motiviert werden, egal auf welcher Seite sie auch stehen mögen. Joe Abercrombie hat eine Menge Charaktere, die zwar Protagonisten, aber längst keine „guten“ Menschen sind. Guy Gavriel Kays Lions of Al-Rassan hat zwei Protagonisten auf unterschiedlichen Seiten eines Konflikts. Beide sind gleichermaßen komplex, ausgearbeitet und dadurch sehr interessant. Mark Lawrences Jorg in Prince, King, und Emperor of Thorns wäre in einem anderen Buch vermutlich der dunkle Lord. Steven Brusts Vlad Taltos ist ein nahezu skrupelloser Auftragsmörder. Und vom Cast von Das Lied von Eis und Feuer muss ich gar nicht erst anfangen.

Mag ich manche Antagonisten mehr als die jeweiligen Protagonisten? Vielleicht. „Protagonist“ und „Antagonist“ sind ja oftmals quasi durcheinander definiert, durch die Perspektive, durch die der Leser die Handlung wahrnimmt. Sagen wir also so: Ich mag moralisch komplexe Charaktere, egal auf welcher Seite sie stehen.

Um mal ein Thema anzukündigen, mit dem ich mich früher auseinandersetzen möchte: Für viele Charaktere muss man wohl einfach auch zwischen Sympathie und Empathie unterscheiden. Ob ich einen Charakter mag hängt ist etwas ganz anderes ob ich Verständnis für einen Charakter habe.

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6 Gedanken zu “Montagsfrage: Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

  1. Das Lied von Eis und Feuer habe ich auch als Beispiel für komlexe Charaktere genannt, bei denen man oft gar nicht sagen kann, ob sie nun gute oder schlechte Absichten haben. Wobei im Endeffekt auch gar nicht klar ist, was überhaupt als gut oder schlecht gelten würde. Das liebe ich total an der Reihe 🙂 Deine anderen Beispiele muss ich mir unbedingt mal genauer anschauen!

    Gefällt 1 Person

  2. Huhu,
    du hast es sehr gut ausgedrückt, was ich auch denke und auch deine Beispiele finde ich sehr treffend. ich bin großer Fan von Abercrombie und Mark Lawrence und kann den Eindruck nur bestätigen. Oftmals ist es auch gar nicht so einfach zu definieren, wer denn nun Protagonist oder Antagonist sein soll und schon gar nicht lassen sich die beiden Begriffe mit den Begriffen „gut“ und „böse“ verknüpfen. Wichtig ist, dass der Charakter facettenreich ist und mich durch seine Handlungen überzeugen kann. Der Inquisitor Glokta in Abercrombies Klingentrilogie ist hierfür auch ein gutes Beispiel.

    Mein Beitrag

    Liebe Grüße
    Jay von „Bücher wie Sterne“

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Tinte, Feder, Schwert,

    das ist selten, aber es ist schon hin und wieder mal vorgekommen. Wobei ich dabei durchaus differenzieren möchte, dass das nicht unbedingt etwas mit mögen oder gern haben der Figur zu tun haben muss, sondern eher damit, wie interessant sich der Antagonist für mich darstellt.

    Wenn z.B. eine Hauptfigur sehr klischeehaft, sehr langweilig oder aber unnatürlich daher kommt, dann kann es schon mal sein dass der Antagonist deutlich interessanter, authentischer daher kommt und sein Charakter ansprechender wirkt. Dann würde ich den Antagonisten, dem Protagonisten definitiv vorziehen.

    Viele liebe Grüße

    Nisnis

    Gefällt 1 Person

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