Es gibt ja viele Dinge, die ich mir immer mal wieder vorgenommen und dann doch nicht in Angriff genommen habe. Die Idee des NaNoWriMo – jeden Tag zu schreiben, sodass Ende November auf einmal ein Roman zustande gekommen ist – fand ich stets sehr ansprechend. Aber dieses Jahr bin ich tatsächlich mal dabei! Ich habe einen Plan und eine Idee – und einen Blog, den ich als Motivator einspannen will. Deshalb wird es hier wöchentlich (oder auch öfter) Updates zu meinem Fortschritt geben.

Den Anfang macht – noch vor dem ersten Wort – eine kleine Vorschau auf das, was ich da eigentlich zu Papier bringen möchte.

Ziel ist es, im November täglich genug zu schreiben um (wenigstens) 50.000 Worte zusammen zu bekommen. Wenn mich mein mangelndes mathematisches Talent nicht täuscht, ergibt das in Normseiten umklamüsert etwa 150 Seiten, was ziemlich genau dem anvisierten Umfang der Geschichte entspricht, die jetzt schon seit ein paar Monaten in meinem Kopf vor sich hin gärt.

Das bedeutet, dass ich pro Tag 1667 Worte schreiben muss, um die 50.000 zu schaffen. Eine große Zahl gerade für mich, denn im vergangenen Jahr hat mich der Lernstress (und die eigene Demotiviertheit) selten auch nur in die Nähe solcher Hausnummern gelangen lassen. Vielleicht gelingt es auch im NaNoWriMo nicht – aber es zu versuchen, ist die halbe Miete und was auch immer am 30. November zustande gekommen ist, wird einen Lerneffekt gehabt haben.

Aber was genau habe ich denn eigentlich geplant?

Zwei alte Straßen kreuzen sich an der Stelle, an der die Taverne steht. Hinter einem Palisadenwall, der braches Land, wilde Tiere und noch wildere Männer aussperrt, lebt Thiede. Jeden Tag lebt sie in Furcht davor, zur Frau zu werden, denn mit ihrem hellen Haar werden viele Reisende und Gäste sie begehren. Eines Morgens findet sie den Leichnam eines Gastes. Als dann eine Reisegruppe aus der fernen Stadt Vest in der Taverne Rast macht, keimt in ihr der Verdacht, der Mord könne etwas mit ihnen zu tun haben. Und dann sind da noch ihre Träume, die mit jeder Nacht lebendiger werden – Träume von Feuersbrünsten und Tod, von Krähen im Nebel, von einer dunklen Frau und einem Schattenmann mit Geweih.

„Ein Haus der Knochen“ – Philip Will

Der/Die eine oder andere Leser/in erinnert sich vielleicht noch an meinen Zwischendurch-Artikel über die Pflicht, über unangenehme Dinge schreiben zu müssen. Ein Haus der Knochen war die Geschichte, die mich zu diesem Beitrag bewegt hat, denn aktuell ängstigt mich die große, fette 50.000 nicht halb so sehr, wie die Themen, die ich angehen möchte. Klingt jetzt vielleicht alles sehr dramatisch, vielleicht viel schlimmer als es letztlich sein wird. Aber ich möchte über derartige Dinge schreiben, weil ich nicht wüsste, wie ich sie aus der Story-Idee herausschneiden sollte, ohne der Idee, mir und der Geschichte gegenüber unehrlich zu werden.

Möglich, dass mein NaNoWriMo-Versuch eher an der angemessenen Umsetzung der Themen scheitert, als an der Wortzahl. Möglich.

Aber mal weg von den drohenden Untiefen, hin zu den technischen Faktoren. Ein Haus der Knochen wird in enger personaler Erzählperspektive geschrieben, die den Blickwinkel der Protagonistin – des Mädchens Thiede – wiedergibt. Wie für die Fantasy, die ich gerne schreibe und lese üblich, werden sich Magie und Übernatürliches stark in Grenzen halten. Vielleicht sind sie nicht einmal klar ersichtlich. Ich möchte versuchen, mich auf Zwischenmenschliches, auf Interaktionen, Motivationen und Thiedes Entwicklung konzentrieren, während sie den Widrigkeiten ihrer Welt die Stirn zu bieten lernt. So wenig einfache Auswege ich mir beim Schreiben gestatten möchte, so wenig wird auch Thiede leichtes Spiel haben, sich zu behaupten. Ein Haus der Knochen ist kein beliebig gewählter Titel. Es soll eine Ankündigung sein. Dies wird keine angenehme Geschichte, aber – so hoffe ich – eine ehrliche.

Ich lade euch herzlich dazu ein, mich zu begleiten, während ich dreißig Tage lang versuchen werde, von einer Idee zu einer fertigen Erzählung vorzustoßen.

Wie sieht es bei euch aus? Reizt euch der NaNoWriMo? Macht ihr etwa mit oder habt schon mal mitgemacht? Was waren eure Erfahrungen? Oder ist das gar nichts für euch, schließlich schreibt es sich am besten im stillen Kämmerlein? Ich bin gespannt.

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8 Gedanken zu “November ist NaNoWriMo – und ich bin dabei!

  1. Wenn ich diese Inhaltsangabe auf einem Buch in der Buchhandlung lesen würde, würde ich es vermutlich sofort mitnehmen. Dein Projekt hört sich definitiv sehr interessant und originell an.
    Zum Schreiben selbst, kann ich leider nichts sagen, da ich mich eigentlich so gut wie nur aufs Lesen beschränke und so eine große Geschichte wohl nie zu Papier bringen könnte.
    Schöne Grüße
    Sarah

    Gefällt 1 Person

  2. Ich dachte mir, ich versuche es mal, aber nach vier Tagen mit insgesamt 7523 Wörtern hatte ich genug, hat mir nicht so Spaß gemacht, im Akkord zu schreiben. Sonst bin ich da eher langsam, eine Schreibschildkröte, und das mag ich auch wieder sein. Ich merkte schon am dritten und vierten Tag ein deutliches Minus auf der Gute-Laune-Skala. Für mich ist es also nichts, aber ich wünsche Dir viel Erfolg!

    Liebe Grüße

    Claudia

    Gefällt 1 Person

    1. Kann ich verstehen, jeder schreibt halt doch anders. Mir persönlich tut der Rahmen gut, weil er mich zwingt, Ideen nicht fünfhundert Mal im Kopf umzudrehen, bis ich nur noch ihre Makel sehe, sondern sie zu Papier zu bringen, wo sie dann deutlich leichter formbar sind.

      Liebe Grüße,
      pw

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