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Es ist Montag und da werden buchfresserchens Fragen beantwortet. Heute: Welcher Aspekt meines zuletzt gelesenen Buches hat mir besonder gut gefallen? Gute Frage. Ich schaue direkt mal bei letzter Woche nach, welches Buch ich überhaupt zuletzt gelesen habe.

Vollständig beendet habe ich zuletzt Tad Williams The Dragonbone Chair. Über das Buch habe ich hier und da (und dort) schon einiges gesagt, obwohl sich sicher noch einiges mehr sagen ließe und sich das Buch möglicherweise sogar für ein zukünftiges Unter der Lupe anböte. Ich mag Williams Welt und Mythologie, mag wie sehr sich seine Welt trotz ihrer mitunter fast schon tolkienesken Elemente dennoch wie eine eigenständige Schöpfung anfühlt, nicht zuletzt weil ihre Geschichte nicht annähernd so weit zurückreicht, wie in vergleichbaren Büchern. Die Menschen sind noch relativ junge Bewohner des Landes Osten Ard, das Zeitalter der Mythen mit dem Fall der Sidhi und dem Tod des letzten Drachen liegen nicht so weit zurück, dass sie vollkommen verklärt wurden, noch sind sie teil der jüngsten Vergangenheit und damit Teil der tatsächlichen Lebenswelt. Die Welt erhält dadurch eine gewisse Qualität des Aufbruchs, da ihre Seßhaftigkeit ein recht neues Phänomen zu sein scheint.

Das ganze wird durch einige stilistische Entscheidungen Williams getrübt, der dazu neigt, innerhalb von Kapitel zwische Perspektiven hin und her zu springen. Die sind zwar durch Leerzeilen getrennt, verhindern aber oft, dass der Leser sich ausreichend in die Charaktere oder ihre Umgebungen einfinden kann. Das führt dann leider bei der enormen Anzahl an Namen dazu, dass man schnell den Überblick darüber verliert, wer hier eigentlich wer ist. George R. R. Martin, der Williams Trilogie Memory, Sorrow, Thorn als eine seiner Inspirationen angibt, löst dieses Problem deutlich effektiver, indem seine Kapitel sich längere Zeit auf eine Perspektive, einen Charakter und die damit verbundene Umgebung fokussieren, wodurch sich beim Leser ein gewisser Gewöhnungseffekt einstellt.

Williams Buch hat mich ausreichend fasziniert, als das ich dranbleiben möchte, zumal ich seine Novelle The Burning Man (aus der gleichen Welt) vor einiger Zeit gelesen und geliebt habe. Ich hoffe einfach, dass sich die Gründe für meine Probleme mit seinem Stil im nächsten Band vielleicht etwas abmildern. Alles in allem hatte ich nämlich Spaß beim Lesen und es hat sich auch schon das Gefühl eingestellt, dass nicht alles so ist, wie es den Anschein hat, besonders auf die Mythologie bezogen. Wenn Williams es schafft, den Leser in das Rätsel um die Wahrheiten einzubeziehen, umso besser.

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4 Gedanken zu “Montagsfrage: Welcher/s Aspekt/Element deines zuletzt gelesenen Buches gefiel dir besonders gut?

  1. Huhu 🙂

    Also ich fand, dass das Problem mit den wechselnden Perspektiven im zweiten Band noch einmal deutlicher zu Tage tritt, weil Williams dort wirklich sehr häufig hin und her springt. Meiner Ansicht nach lohnt es sich aber trotzdem, dranzubleiben, weil der letzte Band (bzw. die beiden letzten Bände in Deutsch) sowohl Tempo als auch Spannungskurve mächtig anzieht. Halte durch!
    Übrigens, wusstest du, dass nächstes Jahr eine Fortsetzung der Trilogie veröffentlicht werden soll? 🙂

    Viele liebe Grüße,
    Elli

    Gefällt 1 Person

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