Zwischendurch: Von der Pflicht, über unangenehme Dinge schreiben zu müssen.

Mancher mag sagen, das Genre Fantasy wäre im Begriff erwachsen zu werden. Von Das Lied von Eis und Feuer über Joe Abercrombies Werke, zu Mark Lawrences Thorns-Trilogie sind in den letzten Jahren Bücher ins Rampenlicht gerückt, die das Image von tolkienesker (und pseudo-tolkienesker) moralischer Unkompliziertheit abwerfen. Gut und Böse fallen nicht mehr auf entgegengesetzte Seiten einer klar abgesteckten, unüberwindbaren Grenzlinie, sondern mischen sich im Zwielicht in verschiedenen Grautönen.

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Zwischendurch: Recherche

Ich bevorzuge Fantasy als Genre, weil ich freier schreiben kann und nicht immer alles auf Wahrheitsgehalt prüfen muss.

Der Strohmann – Sokrates

Von Gegnern, aber auch von Anhängern des Genres, wird nicht selten das Argument in den Ring geworfen, eine elementare Eigenschaft von Fantasy sei es, sich von den Zwängen und Regeln der echten Welt vollkommen lösen zu können und der namensgebenden Phantasie freien Lauf zu lassen. Zum Teil (und es ist kein kleiner) mag das sicherlich zutreffen: Fantasy erlaubt es Lesern und Verfassern, sich in völlig neue Kontexte zu versetzen, völlig neue Welten und Völker zu erforschen und Geschichten zu erzählen, die ihrer eigenen Logik folgen können. Mittelerde ist nicht unsere Welt. Westeros ist nicht unsere Welt. Selbst Harry Potters Hogwarts ist nicht unsere Welt, nicht einmal in Handlungssträngen, die auf Muggel-Territorium stattfinden.

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Zwischendurch: Über das Schreiben

Zwischen meinen längeren Beiträgen möchte ich immer mal wieder – vollkommen unregelmäßig – ein paar der kleinen Dinge rund ums Schreiben angehen, die mich faszinieren, irritieren, frustrieren oder die mir einfach nur zwischen den täglichen Dosen Kaffee durch den Kopf gehen. Das hier ist der erste Zwischendurch-Post.

Zugegeben: Dieser Beitrag entsteht hauptsächlich, weil ich sonst ernsthaft schreiben müsste und das ruft momentan nicht selten den schwer zu widerstehenden Drang hervor, sich unterm Schreibtisch zusammenzurollen und die Finger in den Ohren zu stecken. Es ist dieses Gefühl, dass alles, was man auf die Seite bringt – wenn man etwas auf die Seite bringt, mit Ketten und einem schweren Gespann und unter Peitschenhieben – abgestanden, unbeholfen, einfach nur durch und durch katastrophal ist. Viel davon hängt (hoffentlich) mit Lernstress und dergleichen zusammen, was es nicht weniger frustrierend macht. Es ist, als stünde etwas zwischen mir und dem (digitalen) Blatt Papier oder zwischen mir und den Charakteren oder zwischen mir und dem Wortvorrat, den ich weggeschlossen zu haben scheine. Das sind die Tage – und es sind nicht wenige – an denen ich mit schiefen Grinsen meinen Lieblingswitz zum Thema wie ein Mantra wiederhole: Ich liebe das Schreiben, aber noch mehr liebe ich es, geschrieben zu haben.

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