Liebster Blog Award von riachuckeditorialwork

Normalerweise bin ich ja kein großer Fan von Kettenbriefen und dergleichen, aber riachucks Einbezug meines Blogs in den Liebster Blog Award kam mit so einer interessanten Liste an Fragen, dass ich viel zu neugierig war, herauszufinden wie meine Antworten lauten würden, um nicht mitzumachen. Deshalb dieser Samstags-Bonus-Beitrag.

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Über Genrefiktion und Literary Fiction

Wer Fantasy schreibt, Horror, Science Fiction, der wird nicht selten mit einer bestimmten Einstellung konfrontiert. „Richtige Literatur“, so oft die Meinung, findet sich nicht in diesen Genres – „Genre“ selbst ist Indikator für mindere Qualität. Selbst der Deutschen liebstes Genre, der Krimi, kann dem nicht recht entkommen. Krimis werden zur Unterhaltung gelesen, obwohl man weiß, dass es ja eigentlich „besseres“ gibt. Literatur halt. Und der gewöhnliche Krimi spielt ja immerhin in der „echten Welt“.

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Zwischendurch: Von der Pflicht, über unangenehme Dinge schreiben zu müssen.

Mancher mag sagen, das Genre Fantasy wäre im Begriff erwachsen zu werden. Von Das Lied von Eis und Feuer über Joe Abercrombies Werke, zu Mark Lawrences Thorns-Trilogie sind in den letzten Jahren Bücher ins Rampenlicht gerückt, die das Image von tolkienesker (und pseudo-tolkienesker) moralischer Unkompliziertheit abwerfen. Gut und Böse fallen nicht mehr auf entgegengesetzte Seiten einer klar abgesteckten, unüberwindbaren Grenzlinie, sondern mischen sich im Zwielicht in verschiedenen Grautönen.

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Zwischendurch: Recherche

Ich bevorzuge Fantasy als Genre, weil ich freier schreiben kann und nicht immer alles auf Wahrheitsgehalt prüfen muss.

Der Strohmann – Sokrates

Von Gegnern, aber auch von Anhängern des Genres, wird nicht selten das Argument in den Ring geworfen, eine elementare Eigenschaft von Fantasy sei es, sich von den Zwängen und Regeln der echten Welt vollkommen lösen zu können und der namensgebenden Phantasie freien Lauf zu lassen. Zum Teil (und es ist kein kleiner) mag das sicherlich zutreffen: Fantasy erlaubt es Lesern und Verfassern, sich in völlig neue Kontexte zu versetzen, völlig neue Welten und Völker zu erforschen und Geschichten zu erzählen, die ihrer eigenen Logik folgen können. Mittelerde ist nicht unsere Welt. Westeros ist nicht unsere Welt. Selbst Harry Potters Hogwarts ist nicht unsere Welt, nicht einmal in Handlungssträngen, die auf Muggel-Territorium stattfinden.

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Ab in die Tropen: Fantasy & Klischee

Fantasy wird oft mit dem Klischee assoziiert, mit Mustern und Ideen, die nicht nur ständig wiederkehren, sondern irgendwie sogar als fester Bestandteil des Genres angesehen werden – und das nicht nur von Kritikern, sondern auch von Vertretern.

Fantasy scheint das Genre der Klischees zu sein, wenn man sich ansieht, welche Konzepte darin immer wieder auftauchen: Dunkle Lords nach Saurons Schablone, mutige Multikulti-Gefährten, magische Artefakte (oftmals Schwerter); Elfen und Orks (oder vergleichbare, von Natur aus böse Kreaturen); der Kampf zwischen Gut und Böse™, ausgetragen auf großen Schlachtfeldern. Infolgedessen beschäftigt sich eine beliebte Diskussion in Fantasy- und Schreiberling-Foren gerne mit der Frage nach der Notwendigkeit solcher Klischees: Braucht Fantasy diese Ideen um Fantasy zu sein? Sollten die Fantasyautoren der Zukunft das Joch des Klischees abwerfen und in völlig neue Gefilde stürmen? Manch eine Gegenstimme zu dieser Denkrichtung bringt die Frage auf, ob nicht das immer wiederkehrende Aufkommen von Klischees ein Beweis dafür ist, dass die Leute genau das lesen wollen? Ist nicht der Vorwurf an das Genre (und Genres im Allgemeinen) wahr, dass es erst durch das Klischee definiert werden kann? Dass es um der Klischees Willen gelesen wird, um Bekanntes in neuen Konstellationen immer wieder zu erfahren und auf sechshundert Seiten und mehr Behaglichkeit in sicheren Umgebungen zu finden? Und ist nicht der Bruch mit dem Klischee ein narrensicherer Weg, enttäuschte Leser zurückzulassen, die ihre Erwartungen nicht erfüllt sehen? Gewinnt der Dunkle Lord und stürzt die Welt ins Zwielicht, mag mancher das als Verrat an der zentralen Idee des Eskapismus sehen, die von Kritikern und Fans gelegentlich zum Kernelement der Fantasy erhoben wird.

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Warum Dark Souls ein gutes Buch ist

Nach der Frage, was ein gutes Buch ausmacht, ein kleiner Exkurs: Warum ist Dark Souls ein gutes Buch? Und wie macht es das, wo es doch nicht mal ein Buch ist?

Ob Computer- und Videospiele Kunst sein können, ist eine der Fragen, die für die betroffene Branche längst geklärt ist, außerhalb aber immer noch zu Kopfkratzen oder gerümpften Nasen führt. Das digitale Medium steht damit in der Tradition aller neuen Medien. Bitte nicht vergessen: Von Rockmusik glaubte manch einer mal, dass sie zu Teufelsanbetung führe und Romanen wurde nachgesagt, sie verleiten insbesondere Frauen zur Lethargie. Wichtiger wäre die Frage: Wenn Videospiele Kunst sind, wie sähe dann ihr Kanon aus, wie in ein paar Jahrzehnten die Klassiker? Meine Antwort darauf wäre eine lange Liste, vermutlich mit einigen „Abers“ und „Nur wenns“. Dark Souls wäre aber nicht von ihr Wegzudenken.

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Was ist ein gutes Buch?

Nachdem wir im letzten Blogpost die Problematik um Strong Female Characters gelöst haben, klären wir heute ein für alle mal, worüber sich Literaten, Leser und L…Autoren streiten, seit es Streits gibt: Was ist ein gutes Buch?

Scherz – und Allgemeingültigkeitsansprüche – beiseite: Die Frage ist eine, die mich beschäftigt hat, seit ich lesen kann. Es ist eine Frage, mit der man sich als lesendes Kind früher oder später konfrontiert sieht, auch wenn man das vielleicht erst im Nachhinein feststellt. Eltern, Anverwandte und Lehrer rümpfen gerne mal die Nase, wenn sie sehen, worin ein Kind die seinige steckt, jeder ist wohl schon einmal aufgefordert worden, mal „Was Richtiges™“ zu lesen. Zumindest von meinen Eltern habe ich mir das glücklicherweise nie anhören müssen. Als ich alt genug war, mir nichts mehr vorlesen lassen zu müssen und mir eigenständig meinen Weg durchs Unterholz der Zeilen schlagen konnte, war zweitrangig, was ich las, solange ich nur las (- auch wenn ich mich an die eine oder andere gerümpfte Nase in Bezug auf Comichefte erinnere). Und was habe ich mitunter für einen Mist gelesen. Meine Regale quollen über vor Star Wars-Romanen und den Büchern aus Wolfgang Hohlbeins Repertoire, bei denen ich damals schon irgendwie das vage Gefühl hatte, dass vieles hier nicht so recht funktionierte. Um das klarzustellen: Das Star Wars-Regal gibt es immer noch, aber es ist gestutzt. Gleiches gilt für Hohlbein.

Ich bin der festen Meinung, dass man Kinder lesen lassen sollte, was immer sie wollen, irgendwann finden sie schon den Weg zu „besseren“ Büchern. Wenn man ihnen allerdings direkt Bahnwärter Thiel oder Die Blechtrommel aufdrängt, sinkt die Chance wahrscheinlich, dass sie beim Anblick eines Buches keinen Ausschlag kriegen.

Gut, also: „Bessere“ Bücher kommen ganz von selbst, behaupte ich. Aber was genau bedeutet „besser“, was „gut“? Um den Einstiegsparagraphen mal wieder aufzugreifen: Natürlich ist alles, was ich hier schreibe, rein persönlich, meine Meinung, etc. Ein besserer Titel wäre vielleicht „Was ist ein gutes Buch für mich?“, aber das ist ein wenig holprig, ein wenig sperrig und nicht so schön sinnlos provokativ.

Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie lesen.

Ernest Hemingway

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