Montagsfrage: Leseunterbrechungen

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Ab und an kommt ein Montag daher … Es war ein wenig still hier auf T|F|S und so wird es vermutlich auch noch ein oder zwei Wochen bleiben, bis ein paar wichtigere, aber leider weniger unterhaltsame Aufgaben abgefrühstückt sind. Bis dahin möchte ich buchfresserchens allwöchentliche Frage nutzen um ein Lebenszeichen ins Online-Äther zu senden. Die Frage heute: Wie finde ich nach Leseunterbrechungen zu einem angefangenen Buch zurück?

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Montagsfrage: Wie viele Bücher hast du dieses Jahr gelesen und was sind die 3 Favoriten?


Montagsfragerunde: Wie viele Bücher hast du dieses Jahr gelesen und was sind die 3 Favoriten? Eine beschämende Frage, denn gelesen habe ich dieses Jahr kaum.
Dieses Jahr war das Jahr der vielen Prüfungen. Abseits von Fachliteratur habe ich deshalb relativ wenig gelesen und kaum wirklich anspruchsvolle Bücher. Erst jetzt, in meinem viel zu schnell vorbeiziehenden freien Monat komme ich dazu, überhaupt mal einen Vorstoß ins Regal der Ungelesenen Bücher zu machen.

Mal überlegen ob ich zusammenbekomme, was ich überhaupt gelesen habe.

  • Tad Williams – The Dragonbone Chair
  • George R.R. Martin – Knight of the Seven Kingdoms
  • Richard Porter – And On that Bombshell
  • Neil Gaiman – The View from the Cheap Seats
  • Richard Adams – Watership Down (noch nicht durch)
  • China Miéville – The City and The City
  • Hilary Mantel – Bring Up the Bodies
  • Möglicherweise noch andere, an die ich mich nicht erinnern kann

Daraus eine Top 3 zu destillieren fällt mir jetzt doch schwerer als gedacht. The City and the City ist definitiv dabei. Was vollkommen anderes, das auf jeden Satz neugierig macht, auch wenn das Ende für mich besser hätte funktionieren können. Bring Up the Bodies ist so großartig, dass ich bereits ausführlich davon geschwärmt habe. So gerne ich Gaimans gesammelte Essays mochte, würde ich Cheap Seats nur ungern in die Liste aufnehmen, eben weil es keine Geschichte erzählt. Kleinlich, womöglich. Aber schließlich habe ich auch Knight of the Seven Kingdoms gelesen. Und was soll ich sagen …? Obwohl ich die drei Novellen aus Westeros gelesen habe, kannte ich sie noch nicht im Original – und schon gar nicht in dieserbwunderschön illustrierten Version.

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Eine von Gary Giannis vielen großartigen Illustrationen aus Knight of the Seven Kingdoms

Über Genrefiktion und Literary Fiction

Wer Fantasy schreibt, Horror, Science Fiction, der wird nicht selten mit einer bestimmten Einstellung konfrontiert. „Richtige Literatur“, so oft die Meinung, findet sich nicht in diesen Genres – „Genre“ selbst ist Indikator für mindere Qualität. Selbst der Deutschen liebstes Genre, der Krimi, kann dem nicht recht entkommen. Krimis werden zur Unterhaltung gelesen, obwohl man weiß, dass es ja eigentlich „besseres“ gibt. Literatur halt. Und der gewöhnliche Krimi spielt ja immerhin in der „echten Welt“.

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Starke Frauen – Strong Female Characters

Ich habe lange überlegt, womit ich meinen Blog eröffnen möchte, welche Themen mir am Herzen liegen, welche möglicherweise auch andere interessieren könnten und welche aus der Diskussion moderner Fantasy nicht wegzudenken sind. Hab mich dann für dieses entschieden. Warum nicht gleich mit was kompliziertem anfangen?

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Die sterbende Schildmaid Hervor – Peter Nicolai Arbo

Fantasy hat schon immer den Ruf gehabt – wie vieles abseits des Mainstream, was immer das sein soll – vorangig ein männlich dominiertes Genre zu sein, ob nun auf die Charaktere, die Autoren, die Leserschaft bezogen. Ein Genre für Jungs, die sich aus der Realität flüchten wollen. Sich diese Einstellung anzuschauen, böte genug Diskussionsstoff für mehrere Einträge, auch wenn sich der halbwegs belesene Fantasy-Fan vermutlich nur an den Kopf fassen könnte. Die Behauptung, Fantasy sei nichts für das weibliche Geschlecht, repräsentiere das weibliche Geschlecht nicht, ist so vereinfachend wie falsch. Autorinnen wie Ursula Le Guin, Robin Hobb, Marion Zimmer Bradley, Margaret Weis und Tracy Hickmann haben das Genre genau so sehr geprägt, wie ihre männlichen Kollegen.

Vermutlich stammt diese Pauschalmeinung über das Genre daher, dass die prominentesten, sichtbarsten Vertreter des Genres bis vor einiger Zeit tatsächlich von männlichen Charakteren dominiert wurden. Der Herr der Ringe etwa präsentiert so gut wie keine weiblichen Charaktere in mehr als Nebenrollen, was Peter Jacksons Filme zwar durch die Hervorhebung etwa von Arwen zu kompensieren versuchen, doch auch auf der Leinwand sind die Hauptrollen durchweg Männer. Einen wichtigen Aspekt dürfen wir natürlich hier nicht außer Acht lassen: Viele Handlungen finden in Welten statt, die sich stark am Bild des (mittel-)europäischen Mittelalters orientieren, für das zumindest die öffentliche Wahrnehmung diktiert, dass Frauen nur untergeordnete Rollen spielten (- was ebenfalls Stoff für weitere Untersuchungen böte). Es ließe sich also argumentieren, dass die Vorherrschaft männlicher Charaktere daher nichts anderes als eine realistische Repräsentation historischer Umstände sei. Lassen wir einmal außen vor, dass das im besten Falle eine hakelige Behauptung ist und ganz nebenei eine Frage über die Rollenvorstellungen eines typischen, zulässigen Fantasyhelden aufwirft (… zukünftiges Thema, ick hör dir trapsen …): Das Genre hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise nicht auf diesen Aussagen ausgeruht. Von Hermine über Katniss Everdeen, von den Frauen von Game of Thrones hin zu Comics und Superhelden-Serien wie Jessica Jones: Starke Frauen gehören mittlerweile zu den einprägsamsten Charakteren der Popkultur, auch wenn sich der Verdacht aufdrängt, dass es mitunter der Fall ist, weil sie vorher nie wirklich im Blickfeld der breiten Masse lagen. Was aber, macht eine Starke Frau – einen Strong Female Character – eigentlich aus? Lange Einleitung, kurzer Sinn: Im Folgenden möchte ich mir ein paar starke Frauen in Fantasy & Co. ansehen, schauen, was sie ausmacht und was meiner Meinung nach die Stolperfallen für Autoren sind.

Interviewer: „I noticed that you write women really well […]. Where does that come from?“

George R.R. Martin: „You know … I’ve always considered women to be people.“

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