Montagsfrage: Gibt es Erzähltechniken, die dich beim Lesen stören?

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Eigentlich fragt buchfresserchen heute: Welches Buch hast du zuletzt aufgrund der Empfehlung eines anderen Buchbloggers gelesen? Da ich aber einerseits ein recht neuer Reisender in der Blogosphäre bin und andererseits ohnehin nur sehr selten nach Empfehlungen gehe, war ich so frei, mir einfach mal was anderes aus der Liste auszusuchen. Hoffe, mir kann vergeben werden.

Welche Erzähltechniken stören mich also beim Lesen?

(Die Antwort auf die tatsächliche Frage lautet übrigens Blood and Iron von Jon Sprunk. Und das zählt nicht wirklich, weil ich es nach weniger als hundert Seiten weggelegt habe.)

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Unter der Lupe: Hillary Mantel – Wolf Hall

Hillary Mantels erster Roman über das Leben und Wirken Thomas Cromwells und die Intrigen am Hofe Henry VIII. ist nicht nur der Handlung wegen faszinierend – auch Mantels Stil packt und lässt nicht los.

(Anmerkung: Ursprünglich war dieser Artikel mal als Review betitelt. Unter der Lupe ist die neue Kategorie für derartige Artikel. Mehr dazu weiter unten.)

Ich habe lange überlegt ob und wie ich Rezensionen handhaben möchte, schließlich herrscht an Burchreviews kein Mangel im Internet. Statt also zuviel Zeit auf Sternebewertungen zu verwenden oder Kauftipps von mir zu geben, möchte ich mir stattdessen immer mal wieder ein paar Bücher ansehen, die etwas anders machen, etwas Interessantes mit ihrem Medium oder ihrem Thema anfangen. Hillary Mantel ist daher der perfekte Einstieg. Warum? Mehr nach der Werbung.

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Ab in die Tropen: Fantasy & Klischee

Fantasy wird oft mit dem Klischee assoziiert, mit Mustern und Ideen, die nicht nur ständig wiederkehren, sondern irgendwie sogar als fester Bestandteil des Genres angesehen werden – und das nicht nur von Kritikern, sondern auch von Vertretern.

Fantasy scheint das Genre der Klischees zu sein, wenn man sich ansieht, welche Konzepte darin immer wieder auftauchen: Dunkle Lords nach Saurons Schablone, mutige Multikulti-Gefährten, magische Artefakte (oftmals Schwerter); Elfen und Orks (oder vergleichbare, von Natur aus böse Kreaturen); der Kampf zwischen Gut und Böse™, ausgetragen auf großen Schlachtfeldern. Infolgedessen beschäftigt sich eine beliebte Diskussion in Fantasy- und Schreiberling-Foren gerne mit der Frage nach der Notwendigkeit solcher Klischees: Braucht Fantasy diese Ideen um Fantasy zu sein? Sollten die Fantasyautoren der Zukunft das Joch des Klischees abwerfen und in völlig neue Gefilde stürmen? Manch eine Gegenstimme zu dieser Denkrichtung bringt die Frage auf, ob nicht das immer wiederkehrende Aufkommen von Klischees ein Beweis dafür ist, dass die Leute genau das lesen wollen? Ist nicht der Vorwurf an das Genre (und Genres im Allgemeinen) wahr, dass es erst durch das Klischee definiert werden kann? Dass es um der Klischees Willen gelesen wird, um Bekanntes in neuen Konstellationen immer wieder zu erfahren und auf sechshundert Seiten und mehr Behaglichkeit in sicheren Umgebungen zu finden? Und ist nicht der Bruch mit dem Klischee ein narrensicherer Weg, enttäuschte Leser zurückzulassen, die ihre Erwartungen nicht erfüllt sehen? Gewinnt der Dunkle Lord und stürzt die Welt ins Zwielicht, mag mancher das als Verrat an der zentralen Idee des Eskapismus sehen, die von Kritikern und Fans gelegentlich zum Kernelement der Fantasy erhoben wird.

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Warum Dark Souls ein gutes Buch ist

Nach der Frage, was ein gutes Buch ausmacht, ein kleiner Exkurs: Warum ist Dark Souls ein gutes Buch? Und wie macht es das, wo es doch nicht mal ein Buch ist?

Ob Computer- und Videospiele Kunst sein können, ist eine der Fragen, die für die betroffene Branche längst geklärt ist, außerhalb aber immer noch zu Kopfkratzen oder gerümpften Nasen führt. Das digitale Medium steht damit in der Tradition aller neuen Medien. Bitte nicht vergessen: Von Rockmusik glaubte manch einer mal, dass sie zu Teufelsanbetung führe und Romanen wurde nachgesagt, sie verleiten insbesondere Frauen zur Lethargie. Wichtiger wäre die Frage: Wenn Videospiele Kunst sind, wie sähe dann ihr Kanon aus, wie in ein paar Jahrzehnten die Klassiker? Meine Antwort darauf wäre eine lange Liste, vermutlich mit einigen „Abers“ und „Nur wenns“. Dark Souls wäre aber nicht von ihr Wegzudenken.

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Was ist ein gutes Buch?

Nachdem wir im letzten Blogpost die Problematik um Strong Female Characters gelöst haben, klären wir heute ein für alle mal, worüber sich Literaten, Leser und L…Autoren streiten, seit es Streits gibt: Was ist ein gutes Buch?

Scherz – und Allgemeingültigkeitsansprüche – beiseite: Die Frage ist eine, die mich beschäftigt hat, seit ich lesen kann. Es ist eine Frage, mit der man sich als lesendes Kind früher oder später konfrontiert sieht, auch wenn man das vielleicht erst im Nachhinein feststellt. Eltern, Anverwandte und Lehrer rümpfen gerne mal die Nase, wenn sie sehen, worin ein Kind die seinige steckt, jeder ist wohl schon einmal aufgefordert worden, mal „Was Richtiges™“ zu lesen. Zumindest von meinen Eltern habe ich mir das glücklicherweise nie anhören müssen. Als ich alt genug war, mir nichts mehr vorlesen lassen zu müssen und mir eigenständig meinen Weg durchs Unterholz der Zeilen schlagen konnte, war zweitrangig, was ich las, solange ich nur las (- auch wenn ich mich an die eine oder andere gerümpfte Nase in Bezug auf Comichefte erinnere). Und was habe ich mitunter für einen Mist gelesen. Meine Regale quollen über vor Star Wars-Romanen und den Büchern aus Wolfgang Hohlbeins Repertoire, bei denen ich damals schon irgendwie das vage Gefühl hatte, dass vieles hier nicht so recht funktionierte. Um das klarzustellen: Das Star Wars-Regal gibt es immer noch, aber es ist gestutzt. Gleiches gilt für Hohlbein.

Ich bin der festen Meinung, dass man Kinder lesen lassen sollte, was immer sie wollen, irgendwann finden sie schon den Weg zu „besseren“ Büchern. Wenn man ihnen allerdings direkt Bahnwärter Thiel oder Die Blechtrommel aufdrängt, sinkt die Chance wahrscheinlich, dass sie beim Anblick eines Buches keinen Ausschlag kriegen.

Gut, also: „Bessere“ Bücher kommen ganz von selbst, behaupte ich. Aber was genau bedeutet „besser“, was „gut“? Um den Einstiegsparagraphen mal wieder aufzugreifen: Natürlich ist alles, was ich hier schreibe, rein persönlich, meine Meinung, etc. Ein besserer Titel wäre vielleicht „Was ist ein gutes Buch für mich?“, aber das ist ein wenig holprig, ein wenig sperrig und nicht so schön sinnlos provokativ.

Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie lesen.

Ernest Hemingway

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