Unter der Lupe: Broodhollow

Der Horror hält an. Besonders für mich. Denn ich rüttle ein wenig an meinen eigenen Veröffentlichungsgewohnheiten für meinen oktoberlangen Horror-Fokus. Statt eines kurzen Zwischendurch-Artikels gibt es diese Woche einen längeren Blick auf Kris Straubs großartigen Webcomic Broodhollow.

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Cosmic Horror

Es ist Oktober und die dunkle Jahreszeit rückt unaufhaltsam näher. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und wir wissen ja alle, was in den sich streckenden Schatten lauert; dass nicht jedes Frösteln dem Wetter geschuldet ist; dass wir in der Dunkelheit Opfer unser urzeitlichen Instinkte werden können und in jedem Winkel Böses lauern mag.

Über die nächsten Wochen möchte ich daher einen tieferen Blick auf Horror werfen und ein paar Genrevertreter näher beleuchten (oder be…schatten? Uuuuhuuuh!).

Den Anfang macht dabei ein Thema, das mir sehr an meinem (teerschwarzen, kalten) Herzen liegt: Cosmic Horror. Mit H.P. Lovecraft sind viele sicherlich durch die Cthulhu-Obsession der Popkultur zumindest oberflächlich vertraut. Welche Philosophie aber steckt hinter Lovecrafts Geschichten, woher kommt sie und wie manifestiert sie sich in seinen Werken?

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Montagsfrage: Gibt es Erzähltechniken, die dich beim Lesen stören?

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Eigentlich fragt buchfresserchen heute: Welches Buch hast du zuletzt aufgrund der Empfehlung eines anderen Buchbloggers gelesen? Da ich aber einerseits ein recht neuer Reisender in der Blogosphäre bin und andererseits ohnehin nur sehr selten nach Empfehlungen gehe, war ich so frei, mir einfach mal was anderes aus der Liste auszusuchen. Hoffe, mir kann vergeben werden.

Welche Erzähltechniken stören mich also beim Lesen?

(Die Antwort auf die tatsächliche Frage lautet übrigens Blood and Iron von Jon Sprunk. Und das zählt nicht wirklich, weil ich es nach weniger als hundert Seiten weggelegt habe.)

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Über Genrefiktion und Literary Fiction

Wer Fantasy schreibt, Horror, Science Fiction, der wird nicht selten mit einer bestimmten Einstellung konfrontiert. „Richtige Literatur“, so oft die Meinung, findet sich nicht in diesen Genres – „Genre“ selbst ist Indikator für mindere Qualität. Selbst der Deutschen liebstes Genre, der Krimi, kann dem nicht recht entkommen. Krimis werden zur Unterhaltung gelesen, obwohl man weiß, dass es ja eigentlich „besseres“ gibt. Literatur halt. Und der gewöhnliche Krimi spielt ja immerhin in der „echten Welt“.

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Zwischendurch: Von der Pflicht, über unangenehme Dinge schreiben zu müssen.

Mancher mag sagen, das Genre Fantasy wäre im Begriff erwachsen zu werden. Von Das Lied von Eis und Feuer über Joe Abercrombies Werke, zu Mark Lawrences Thorns-Trilogie sind in den letzten Jahren Bücher ins Rampenlicht gerückt, die das Image von tolkienesker (und pseudo-tolkienesker) moralischer Unkompliziertheit abwerfen. Gut und Böse fallen nicht mehr auf entgegengesetzte Seiten einer klar abgesteckten, unüberwindbaren Grenzlinie, sondern mischen sich im Zwielicht in verschiedenen Grautönen.

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Zwischendurch: Recherche

Ich bevorzuge Fantasy als Genre, weil ich freier schreiben kann und nicht immer alles auf Wahrheitsgehalt prüfen muss.

Der Strohmann – Sokrates

Von Gegnern, aber auch von Anhängern des Genres, wird nicht selten das Argument in den Ring geworfen, eine elementare Eigenschaft von Fantasy sei es, sich von den Zwängen und Regeln der echten Welt vollkommen lösen zu können und der namensgebenden Phantasie freien Lauf zu lassen. Zum Teil (und es ist kein kleiner) mag das sicherlich zutreffen: Fantasy erlaubt es Lesern und Verfassern, sich in völlig neue Kontexte zu versetzen, völlig neue Welten und Völker zu erforschen und Geschichten zu erzählen, die ihrer eigenen Logik folgen können. Mittelerde ist nicht unsere Welt. Westeros ist nicht unsere Welt. Selbst Harry Potters Hogwarts ist nicht unsere Welt, nicht einmal in Handlungssträngen, die auf Muggel-Territorium stattfinden.

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Ab in die Tropen: Fantasy & Klischee

Fantasy wird oft mit dem Klischee assoziiert, mit Mustern und Ideen, die nicht nur ständig wiederkehren, sondern irgendwie sogar als fester Bestandteil des Genres angesehen werden – und das nicht nur von Kritikern, sondern auch von Vertretern.

Fantasy scheint das Genre der Klischees zu sein, wenn man sich ansieht, welche Konzepte darin immer wieder auftauchen: Dunkle Lords nach Saurons Schablone, mutige Multikulti-Gefährten, magische Artefakte (oftmals Schwerter); Elfen und Orks (oder vergleichbare, von Natur aus böse Kreaturen); der Kampf zwischen Gut und Böse™, ausgetragen auf großen Schlachtfeldern. Infolgedessen beschäftigt sich eine beliebte Diskussion in Fantasy- und Schreiberling-Foren gerne mit der Frage nach der Notwendigkeit solcher Klischees: Braucht Fantasy diese Ideen um Fantasy zu sein? Sollten die Fantasyautoren der Zukunft das Joch des Klischees abwerfen und in völlig neue Gefilde stürmen? Manch eine Gegenstimme zu dieser Denkrichtung bringt die Frage auf, ob nicht das immer wiederkehrende Aufkommen von Klischees ein Beweis dafür ist, dass die Leute genau das lesen wollen? Ist nicht der Vorwurf an das Genre (und Genres im Allgemeinen) wahr, dass es erst durch das Klischee definiert werden kann? Dass es um der Klischees Willen gelesen wird, um Bekanntes in neuen Konstellationen immer wieder zu erfahren und auf sechshundert Seiten und mehr Behaglichkeit in sicheren Umgebungen zu finden? Und ist nicht der Bruch mit dem Klischee ein narrensicherer Weg, enttäuschte Leser zurückzulassen, die ihre Erwartungen nicht erfüllt sehen? Gewinnt der Dunkle Lord und stürzt die Welt ins Zwielicht, mag mancher das als Verrat an der zentralen Idee des Eskapismus sehen, die von Kritikern und Fans gelegentlich zum Kernelement der Fantasy erhoben wird.

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